PURPUR

Spielfilm (60 - 90 min) /

Dreh Februar März 2020

2017 veröffentlichte die FFA (German Federal Film Board) ihre Studie „Gender und Film“, welche die Ungleichheit

zwischen den Geschlechtern innerhalb des Filmgeschäfts aufzeigt. Nicht nur hinter der Kamera herrscht eine große Ungleichheit zwischen Mann und Frau, auch im Film selbst zeichnet sich diese anhand von Dialogen, Rollen und dem Handlungsstrang ab. Frauen werden führende Positionen nicht zugetraut und das Frauenbild, das transportiert wird, ist oft veraltet und einseitig.

 

„Purpur“ ist eine experimentelle Auseinandersetzung mit der Genderfrage im Filmbusiness und erzählt die Geschichte einer Filmfigur, die sich gegen dieses Bild auflehnt.

 

Isana ist die fiktive Hauptfigur einer Filmproduktion.

Sie erhält fortlaufend Anweisungen in Form von Skriptseiten, die vorgeben wie sie sich in der jeweils nächsten

Szene zu verhalten hat. Unsichtbar liegt der Druck des Produzenten auf der Produktion, der jeden Schritt Isanas verfolgt. Mehr und mehr wird der innere Konflikt der Protagonistin spürbar: Sie will aus dem klassischen, romantischen Konzept des Liebesfilms, dem Leben das ihr vorgeschrieben wurde, ausbrechen. Ihr Protest wird immer stärker und die Wut des Produzenten immer größer. 

 

Auf surrealistische Weise werden die Story des Films, die Charaktere und die Art der Produktion ständig hinterfragt. Analogien unter anderem zu Godard, Adam & Eva sowie dem Kaiser- und Königtum werden geknüpft. Eine weitere Bedeutungsebene bildet Mode in Form der extra für den Film angefertigten Kostüme. All diese Elemente verbindet das zentrale Thema der Weiblichkeit und Rolle der Frau in Film und Gesellschaft.

 

„Purpur“ hinterfragt Frauenbilder im Filmbusiness in einem überästhetisierten Umfeld und formuliert einen vielschichtigen Protest gegen veraltete, männlich dominierte, Konzepte.